El Estrecho
Die Straße von Gibraltar verändert sich. In den letzten Jahren kam der neue Containerhafen Tanger Med hinzu. Dieser wurde regelrecht und in einem imponierenden Tempo aus dem Boden gestampft.
Zu meinem ersten Tarifabesuch 2002 kann ich mich noch an das grüne Licht drüben in Marokko erinnern, welches einsam auf der anderen Seite stand. Inmitten vom Nichts, und ich dachte, es leuchtet für die Ewigkeit.
Die Straße von Gibraltar, im spanischen “El Estrecho” genannt, hat viele Gesichter, welche ständig Veränderungen mit sich bringen. Ab Oktober beginnt in Tarifa ein bis in den Mai dauerndes Aprilwetter. Ständig wechseln die Wolken und es entstehen Momente, die nie wieder kommen. Angeheizt durch den lokalen Wind Levante donnern Wolkenformationen über den Ort hinweg oder nehmen drüben in Marokko mit dem Sonnenuntergang schon mal eine purpurne Färbung an. Dabei hat man immer das Gefühl der Einmaligkeit und schon am nächsten Tag wiederholt sich das Spektakel in einer gänzlich unerwartet anderen Weise.
Um die Herbstjahreszeit erhebt sich die Sonne in Tarifa zwischen den Kontinenten und wandert bis zur Wintersonnenwende über Ceuta hinweg, fast bis zur Spitze des Musa Jebel. An den bewölkten Tagen beginnt der Tag mit einer Magie, welcher man in der Regel alleine beiwohnt.
Das Farbschauspiel bewegt sich in einer nahezu kompletten rot, violet und gelb Skala, welche oben mit einem andalusischen himmelblau umrahmt ist.
Etwas anders verhalten sich die sommerlichen Sonnenaufgänge in Algeciras. Vom Paseo Maritimo aus betrachtet, ziehen sich die Wolken über dem Fels von Gibraltar zusammen und scheinen manchmal so, als sei der Deckel vom Topf geflogen. Die Kräne des Hafens von Algeciras wechseln je nach Tag und Licht die Farben vom hellen blau bis ins dunkle grau. Hier steigt die Sonne in den Sommermonaten rechts des Hafens aus dem Meer und beleuchtet an manchen Tagen die Szenerie mit einem satten Rot-Orange und lässt die Kräne in einem zarten Blau erscheinen.
Die meisten Fotos auf dieser Seite entstanden zwischen 2004 und 2006 während eines fast 700 Tage dauernden Fotoprojekts mit deckungsgleichen Panoramen aus Tarifa und Algeciras.
Einen Teil davon gibt auf Youtube als “Tanz der Kräne” zu sehen – mit einer Film-Montage aus den deckungsgleichen Panoramen.
Zu dieser Zeit wohnten wir 4 Monate in Algeciras am Paseo Maritimo.
Die Diagonale
Carl Friedrich Gauß erkannte als erster, daß das Parallelenproblem grundsätzlich unlösbar ist. Deshalb sind die Diagonalen weitaus attraktiver. Da das Problem der Parallen wahrscheinlich nur eine handvoll Menschen interessiert. Fast alle hier gezeigten Fotos bestehen aus einer Haupt-Diagonalen. Zumindest ich sehe es so, damit man meinen Fotos einen klugen Touch geben kann.
Aber es ist ja auch egal, da sich die Parallen in der Unendlickeit treffen und nach meinem mathematischen Verständnis Diagonalen wären.
Widmung “Thomas Feierabend”
Diese Fotos widme ich unserem Freund Thomas, welcher am 5. August 2016 von uns gegangen ist. Auf einem Foto dieser Reihe erkundet Thomas im April 2007 die Insel “Isla Paloma”.
Die, welche in kennen, erkennen ihn sofort. Wir werden dich nicht vergessen!
Momente aus der Straße von Gibraltar
Vier Monate in Algeciras. Der Stadt der Fähren 2004
… und wieder Tarifa, dass Pueblo des Windes
…. und so oft trafen wir uns am Wochenende in der Bar „El Murciano“.